Im Mai und Juni war Genivan von unserer Partnerorganisation Verde Vida zu Besuch in Deutschland. Den Aufenthalt bei seiner Familie verlängerte er um einige Wochen, um gemeinsam mit uns verschiedene Termine wahrzunehmen und Menschen aus unserem Netzwerk zu treffen.
Genivan ist Künstler und gestaltet auch bei Verde Vida zahlreiche kreative Angebote. Daher war es nicht verwunderlich, dass sein Besuch in Deutschland ebenfalls viele künstlerische und kulturelle Elemente beinhaltete.
Der erste gemeinsame Termin war das Jubiläumskonzert der Kolpingsfamilie Püsselbüren. Die Gemeinschaft feierte ihr 75-jähriges Bestehen mit einem abwechslungsreichen Festprogramm. Ein Höhepunkt war das Benefizkonzert zugunsten der AFG in Cabedelo, mit der die Kolpingsfamilie und die Kirchengemeinde seit vielen Jahren eng verbunden sind. Als Vertreter des Netzwerks SoliVida überbrachte Genivan die Dankesworte unserer Freundinnen und Freunde aus der AFG – auf Portugiesisch und mit viel Herzlichkeit.
Anschließend ging die Reise weiter zu unserem Vorstandsmitglied Gerd Bolten in den Norden und von dort nach Papenburg. Hermann Kampeling und der Brasilienfreundeskreis freuten sich sehr über den brasilianischen Besuch. Am folgenden Tag unterstützten wir gemeinsam das Jubiläum einer Kindertagesstätte mit einem kreativen Angebot. Vor Ort gestaltete Genivan ein individuelles Jubiläumsbild für den Kindergarten, das als bleibende Erinnerung erhalten bleibt.
Beim Gemeindefest der Ludwigkirche in Ibbenbüren stellte Genivan seine Kunstwerke aus. Gleichzeitig bot sich für uns die Gelegenheit, mit vielen Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen und über die aktuellen Entwicklungen im Aktionskreis Pater Beda zu informieren.
Ein Wochenende verbrachte Genivan anschließend in Münster bei Steffi und Manni Jaisfeld. Sie nahmen ihn herzlich auf und ließen gemeinsam viele Erinnerungen an ihre Brasilienreise im vergangenen Jahr wieder aufleben.
Ein besonders bewegender Moment war der Besuch in Bardel. Gemeinsam besuchten wir das Grab von Pater Beda. Genivan hatte selbst mehrfach mehrere Monate mit Beda im Kloster gelebt. Für ihn war dieser Besuch eine Reise in die Vergangenheit und mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden.
Von dort aus ging es weiter nach Dinslaken zum Kunstprojekt an der Ernst-Barlach-Gesamtschule (weitere Informationen dazu finden Sie an anderer Stelle). Während dieser drei Tage wurden wir von der Familie Ochtrop – ehemaligen Mitgliedern der Nordestino-Gruppe – herzlich aufgenommen. Obwohl sie Genivan und Frauke zuvor nicht persönlich kannten, öffneten sie ganz selbstverständlich ihr Zuhause für uns.
Genau darin zeigt sich, was den Aktionskreis Pater Beda seit vielen Jahren auszeichnet: Gemeinschaft, Vertrauen und gegenseitige Verbundenheit. Oft hören wir in solchen Gesprächen Sätze wie: „Das haben wir immer so gemacht – wir hatten schon das ganze Haus voller Brasilianer.“ Diese Offenheit und Gastfreundschaft machen unser Netzwerk so besonders. An einem der Tage kamen außerdem weitere ehemalige Nordestino-Mitglieder hinzu. Gemeinsam führten wir einen Videoanruf mit ihrer brasilianischen Partnerorganisation Promoção Humana. Nicht jede und jeder kann selbst nach Brasilien reisen – solche Begegnungen ermöglichen dennoch einen unmittelbaren und lebendigen Austausch.
Von Dinslaken führte der Weg weiter nach Warendorf zu Gabi Berheide, die seit vielen Jahren eine enge Verbindung zu Verde Vida und Genivan pflegt. Den Abschluss des gemeinsamen Programms bildete der Familientag in Schwerte-Villigst. Dort trafen wir Weggefährten Pater Bedas aus den ersten Jahren des Aktionskreises. Auch hier wurde kreativ gearbeitet. Im Gottesdienst berichteten wir über die aktuelle Arbeit des Aktionskreises und über die Entwicklungen bei unserer Partnerorganisation in Simões Filho. Im anschließenden Austausch erzählten Bedas langjährige Begleiter und Bedas ältester Bruder Bernhard von den Anfängen des Aktionskreises und teilten viele persönliche Erinnerungen.
Im Westerwald kurz vor dem Abflug bekam Genivan dann noch Besuch von Katharina Gerarts, die selbst vor über 20 Jahren einen Freiwilligendienst bei Verde Vida geleistet hat und extra aus Mainz angereist ist, um Genivan zu treffen. Auch diese Begegnung zeigte, wie nachhaltig die Verbindungen sind, die durch die Begegnungen entstehen.
Jeder Besuch unserer brasilianischen Partnerinnen und Partner verläuft anders. Manchmal stehen Vorträge und Informationsveranstaltungen im Mittelpunkt, manchmal sind es vor allem die persönlichen Begegnungen, die beide Seiten bereichern und die Partnerschaft stärken. Eines ist jedoch immer gleich: Diese Besuche schaffen Nähe, vertiefen bestehende Freundschaften und bieten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen. Sie machen unsere Partnerschaft lebendig und zeigen, wie wichtig persönliche Begegnungen für den Zusammenhalt unseres Netzwerks sind.