Vanessa aus Recife (Turma do Flau) in Sicherheit

Vanessa - Nach Morddrohungen und Gewalt nun in Sicherheit

Hemer. Farbenfrohe Tänze und ein ansteckendes Lachen in Deutschland; Morddrohungen, Misshandlungen und Gewalt in der brasilianischen Heimat: Gegensätzlicher konnte das Leben der 17-jährigen Vanessa nicht sein. Buchstäblich in letzter Minute hat der Aktionskreis Pater Beda dem Mädchen das Leben gerettet.
Vanessa aus Recife (Turma do Flau) in Sicherheit Viele Realschüler werden sich noch an ihre Tänze und ihr Lachen erinnern. Zusammen mit Schwester Aurieta, Alexandra und Enedino begleitete Vanessa im Herbst 2002 Pater Beda bei einer Informationsreise. Im Schulzentrum Parkstraße berichteten die drei Jugendlichen von ihrem harten Leben in den Armenvierteln Recifes, zeigten traditionelle Tänze.
Schwester Aurieta hatte Vanessa damals in Recife aufgelesen, wo sie nach dem Verschwinden der Eltern unter einem Baum lebte. Sie wurde mit in das Hilfsprojekt genommen und reiste nach Deutschland.Wieder in der Heimat bereitete sich die Gruppe auf Auftritte während des Weltjugendtages in Deutschland vor.
Plötzlich verschwand das Mädchen. Ihr krimineller Ex-Freund hatte ihr aufgelauert, sie misshandelt und mit dem Tod bedroht, wenn sie nicht zu ihm zurückkehre. In welchen Sog von Gewalt und Kriminalität das Mädchen erneut geriet, zeigte ein Mord ihres Ex-Freundes im Februar an einem 25-Jährigen.
Auch Schwester Aurieta, die nach Vanessa suchte, wurde bedroht. In großer Sorge schrieb sie an den Aktionskreis: "Das Leben vieler Jugendlicher hier ist sehr kompliziert und geprägt von unheimlicher Gewalt und Angst. So Gott will, wird alles gut ausgehen."
Es ging gut aus. Dem Aktionskreis ist es gelungen, das Mädchen nach Deutschland zu holen - eine echte Last-Minute-Reise. Im Kloster Bardel kann sie wieder lächeln. "Sie soll erst mal zur Ruhe kommen", sagt Pater Beda. Viele haben um das Mädchen gebangt, für ein gutes Ende gebetet, so auch der Hemeraner Aktionskreis.
Am Montag war Pater Beda mit Vanessa in Hemer zu Gast. Er berichtete über die Ereignisse in Recife und über die Entwicklung der Projekte in Brasilien. Ein neu angelegtes Dorf und ein Ausbildungszentrum für Kleinbauern sind dort unter dem Namen "Pater Beda" eröffnet worden. Aus Dankbarkeit auch gegenüber den vielen Helfern in Deutschland, wie Pater Beda betont. 30 Jugendliche aus verschiedenen Projekten kommen zum Weltjugendtag nach Deutschland, somit gibt es viel zu organisieren.
Die 17-jährige Vanessa tanzte und lachte wieder - Welten liegen zwischen Brasilien und Deutschland.