Erlös des Weihnachtsmarktes für das Kinderdorf Simoes Filho

Neujahrsempfang der Kolpingfamilie Henrichenburg: Tatkräftige Solidarität

Castrop-Rauxel. Die „tatkräftige Solidarität“ der Henrichenburger St. Lambertus Gemeinde ermögliche, dass es für junge Menschen in Brasilien eine Zukunft gebe, so der Franziskaner Mönch Pater Beda.

Er war am Sonntag zu Gast beim Neujahrsempfang im Maximilian-Kolbe-Haus. Seit fast 30 Jahren steht er mit der katholischen St. Lambertus Gemeinde in Kontakt, seit fast 30 Jahren unterstützen die Henrichenburger eines seiner Hilfsprojekte in Brasilien - das Kinderdorf „Cidade da Criança“ in der Stadt Simoes Filho, im Bundesstaat Bahia, 30 Kilometer von der Hauptstadt Salvador entfernt.

„In der vergangenen Zeit haben wir insgesamt etwa 300 000 Euro an Spenden eingenommen“, berichtete Michael Kreutz, einer von zwei Vorsitzenden der Henrichenburger Kolpingfamilie. „Es ist seit je her so, dass wir im Jahr mehrere Veranstaltungen oder Aktionen organisieren und darüber das Geld einnehmen.“ Da wäre zum Beispiel der traditionelle Weihnachtsmarkt im und am Kolbe-Haus oder auch die Tannenbaumaktion, bei der die Henrichenburger stets tatkräftig mithelfen und Spenden sammeln.

„Das Geld stiften wir dann jedes Jahr zu zwei Dritteln an das Hilfsprojekt von Pater Beda“, erklärte Michael Kreutz. Das andere Drittel gehe an eine Lepra-Station in Angola, dabei handelt es sich um ein Projekt des Bruders Sebastian, der aus der Gemeinde stamme. Gestern nun konnten die beiden Vorsitzenden der Kolpingfamilie, Michael Kreutz und Peter Will, erneut eine stolze Gesamtsumme übergeben: 6000 Euro – davon 4000 Euro an Pater Beda und 2000 Euro an Bruder Sebastian, der allerdings nicht zugegen war.

„Wir haben dieses Mal nicht ganz so viel einnehmen können“, bedauerte Michael Kreutz. Möglicherweise sei die Finanzkrise ein Grund dafür. „Zudem hatten wir bei unseren Aktionen auch Pech mit dem Wetter“, so Kreutz, der 2011 auf bessere Zahlen hofft. Kreutz: „Sonst haben wir durchaus zehnstellige Beträge übergeben können.“

Doch unabhängig davon, wie hoch die Summe auch sein mag – das Geld gelangt an die richtige Stelle, Wirkung und Dank sind stets groß. So äußerte sich Pater Beda auch gestern voller Dankbarkeit zum Engagement der Henrichenburger. „Viele haben daran mitgewirkt, dass unser Volk in Brasilien mehr Würde und mehr Hoffnung hat“, so der Missionar, dessen Worte die der Leiterin des südamerikanischen Kinderdorfes, Ivonita Alves, untermauerte. In einem sehr persönlichen Brief an die Henrichenburger bedankte sie sich für deren Solidarität. Dadurch sei es möglich gewesen, die Einrichtung zu vergrößern, weiter zu entwickeln.

„Das Kinderdorf ist jetzt nicht mehr nur eine bloße Herberge, in der gefährdete Kinder und Jugendliche eine Unterkunft gefunden haben, sondern ist für sie zu einem Bildungszentrum geworden, das auch für die Ortsgemeinschaft offen steht“, schrieb Ivonita Alves. „Das Dorf ist zu einer Einrichtung herangewachsen, die ihre Partner und die Menschen aus  unserem Bezirk als den Ort anerkennen, der im Leben vieler Kinder und Jugendlicher äußerst positive Veränderungen bewirkt hat“, hieß es weiter in dem Brief.

Alves könne beglückt sagen, „dass wir viel erreicht haben und sehr weit gekommen sind, wenn es um das Heranreifen und die Ausbildung von bewussten Bürgern geht“. Und weiter schreibt sie, richtet ihre Worte nun ganz direkt an die Henrichenburger: „Ihr könnt euch sicher sein, dass ihr an dem Wandlungsprozess im Kinderdorf sehr stark mitgewirkt habt.“
Filmchen Grußwort Pater Beda
Pater Beda wurde im Jahr 1934 als Linus Vickermann in Opherdicke im Sauerland geboren. Schon als Messdiener stand für ihn fest, einmal Missionar zu werden. So trat er 1956 in den Orden der Franziskaner ein. Das Kloster Bardel, im Dreiländereck Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Holland war das Aussendungs-Kloster für Brasilien.

In Brasilien studierte Pater Beda Philosophie und Theologie und empfing 1962 dort auch die Priesterweihe. 1964 ging er zurück nach Deutschland, um „Brücken zu bauen“. Brücken der Liebe und Hilfe für die notleidenden Menschen in Brasiliens Nordosten. So entstand der „Aktionskreis Pater Beda für Entwicklungshilfe e.V.“.

WAZ, Castrop-Rauxel, 09.01.2011, Sabine Latterner (auch 1. Foto)

http://www.derwesten.de/staedte/castrop-rauxel/Tatkraeftige-Solidaritaet-id4144928.html