Zum 100. Geburtstag von Dom Helder Câmara

Eine 30-minütige RADIOSENDUNG, ausgestrahlt am 8. Februar 2009 auf WDR 5 unter dem Programm „Lebenszeichen“. Unter anderem kommt auch Demetrius Demétrio zu Wort, der Leiter des Projektes „Die Gemeinschaft der Kleinen Propheten“ in Recife, das sich um Straßenkinder kümmert.

Die Anfänge wurden von Dom Helder Camara gefördert und er sorgte auch dafür, dass Demétrius damals schon Kontakte zu Hilfsorganisationen im Ausland finden konnte. Hier auf dem Foto rechts mit Pater Beda in Recklinghausen im Jahre 1979.

In der WDR 5 – Ankündigung heißt es weiter:
Dom Helder Camara. Er wollte sichtbar zur Welt der Armen gehören, vermietete sein bischöfliches Palais und lebte bescheiden in einer kleinen Zweizimmer-Wohnung. Solidarität war für ihn die wichtigste Tugend: Dom Helder Camara, Erzbischof von Recife, besaß kein Auto, die Armen trafen ihn unterwegs im Bus. Er war überzeugt: Die Kirche muss sich radikal verändern, will sie sich im Ernst auf die Botschaft des armen Jesus von Nazareth beziehen. Camara (1909-1999) hat die Theologie der Befreiung gefördert. Dabei war er eher ein Poet und Mystiker. Er betonte immer wieder:  „Wenn sich die reichen Christen nicht bekehren, werden Millionen Armer im Elend versinken“. Bei den brasilianischen Militärs war er genauso verhasst wie bei manchen im Vatikan. Während des 2. Vatikanischen Konzils gründete er – beinahe subversiv – eine bischöfliche Lobby zugunsten der Armen. Sie verehrten „ihren“ zerbrechlich wirkenden Freund. Sein Nachfolger im Bischofsamt hat Camaras befreiungstheologische Institute verboten. Vor 100 Jahren wurde Helder Camara geboren, vor 10 Jahren starb er. Bei den Armen ist er noch lebendig.

Autor: Christian Modehn
Redaktion: Theo Dierkes