Pressebericht: Aufführung in Stadtlohn

 

06.06.2008 9:32 Uhr

Stadtlohn "Bildung ist der Weg in die Zukunft, auch in Brasilien",
betonte Pater Beda am Mittwoch - vor mehr als 600 Schülerinnen und Schülern aus Owwering-, Herta-Lebenstein- und St.-Anna-Realschule, die an diesem Vormittag Unterricht einmal anders erlebten und auf besondere Weise etwas für ihre Bildung tun konnten: In drei Vorführungen in der Aula der St.-Anna-Realschule zeigte eine Gruppe Jugendlicher aus den Förderprojekten Pater Bedas mit Tanz und Theater die "Gesichter Brasiliens" - so der Titel.

Geschichte Brasiliens
Zwölf junge Leute aus dem früheren Kinderdorf "Cidade da Crianca" aus Nordost- Brasiliens nehmen die Schüler mit auf eine Reise durch die Geschichte Brasiliens und führen ein in das Zusammenspiel der
Kulturen dort. Schlaglichtartig werden die Probleme der Armen gezeigt. Pater Beda gibt textliche Erläuterungen dazu, erzählt, dass es in Brasilien 60 000 Gewalttaten im Jahr gibt, dass die Armut - von denen meist die Nachkommen der Sklaven betroffen sind - weiter wächst, dass die Jugendlichen, mit denen er rund um den Katholikentag in Deutschland unterwegs war, es hier in Deutschland so sicher empfunden haben: "Hier kann man überall herumlaufen. In Brasilien müssen wir auf Schritt und Tritt Angst haben", habe einer der Brasilianer gesagt. Die Stadtlohner Schüler erfuhren, dass Samba in erster Linie nichts mit Karneval zu tun hatte: Ursprünglich habe der Tanz den Sklaven geholfen, die harte Arbeit aushalten zu können: "Sie haben verstanden, dass Gott seine Hand auf ihre Seele gelegt hat. Deshalb tanzten sie bei Tag und Nacht," so Pater Beda.

Lebensfreude
"Mit Lebensfreude und Lebenskraft" wollten die Jugendlichen aus Brasilien zeigen, was sie gelernt haben
in den in den von Pater Beda unterstützten Einrichtungen der Jugendbildungs- und förderbewegung.
Der Aktionskreis Pater Beda hatte zum Katholikentag zusammen mit Adveniat und dem päpstlichen
Kindermissionswerk zwei Jugendgruppen nach Deutschland eingeladen. ewa

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Pressebericht: Aufführung in Damme

Not macht manche Zuschauer verlegen

Brasilien im St.-Viktor-Pfarrheim: Die Gäste stellten bei ihrem Auftritt am Mittwochabend in Damme unter anderem die Verehrung des heiligen Josef dar. Foto: akh

Aufführung in DammeDamme (akh) - Ein Stück Brasilien haben zwölf junge Menschen aus dem früheren Kinderdorf Cidade da Criana in Simoes Filho im Bundesstaat Bahaia im Nordosten des Landes nach Damme gebracht. Als treibende Kraft war der Franziskaner Pater Beda dabei, der aus dem Glauben und der Mitmenschlichkeit, die ihm begegnen, die Energie nimmt.
Mit vielen Rollenspielen, Tanz und Livemusik brachten die jungen Brasilianer den Bürgern im Pfarrheim St.-Viktor das brasilianische Leben und das Land mit beeindruckender Schnelligkeit, Vielseitigkeit und Virtuosität näher. Die Entstehung und Geschichte Brasiliens mit all seinen Problemen und seiner Faszination, stellten sie anschaulich dar. Wie ursprünglich Sklaven aus Afrika in die so genannte neue Welt gebracht wurden, um die harte und undankbare Arbeit auf den Plantagen zu verrichten, war nur eine von vielen Szenen. Mit Hilfe von Musik und Tanz konnten sie die Entbehrungen überstehen. Noch heute hat die Musik eine hohe Bedeutung für die Menschen.
Viele Nachkommen dieser Sklaven gehören zu den untersten Bevölkerungsschichten, die ohne Bildung von der Hand in den Mund leben müssen. Aus eigener Kraft könnten sie dort nicht herauskommen, sagte Pater Beda. Wie groß die Not der Straßenkinder ist, dass sie auf der Straße schlafen, im Müll der Wohlhabenden nach Nahrung suchen und wie sie um ihr Überleben kämpfen müssen, machte manch einen Zuschauer verlegen. Gewalt und Drogen sind oftmals an der Tagesordnung.
Ein Dia-Vortrag Pater Bedas verstärkte die Eindrücke weiter. Bilder von der Armut und Schönheit des Landes, von Wohlstand und notleidenden Kindern dürften die meisten Zuschauer so schnell nicht vergessen - auch wenn sie sich nach einem Achtstundentag an den gedeckten Tisch setzen. Mit einer rhythmischen "Samba de Roda" bleiben die Gäste aus der Ferne lebhaft in Erinnerung. "Die Welt wird nicht kleiner, aber wir rücken enger zusammen", so schloss Pfarrer Christoph Winkeler den Abend.
Wer die Gäste aus Brasilien selbst erleben möchte, hat am Samstag (7. Juni) in den Gottesdiensten in Damme (17 Uhr) und Rüschendorf (18.30 Uhr) oder am Sonntag (8. Juni) in Damme (8 Uhr und 11.15 Uhr) und Osterfeine (9.45 Uhr) die Gelegenheit.