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Grundlagenworkshop zur Erstellung einer Leitlinie für den Kindesschutz

Auch am zweiten und dritten Tag unseres XXIV. SoliVida-Netzwerktreffens wurde der Workshop zur Kindesschutzpolitik von den Psychologinnen Christiane und Lastênia von der Kindernothilfe fortgesetzt. Ziel des Workshops ist es, die Partnerorganisationen darin zu unterstützen und zu begleiten, eine Leitlinie für den Kindesschutz in der eigenen Organisation zu entwickeln und umzusetzen.  

 

Es wurden Themen wie die Ermittlung von Risiken für Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlungen erarbeitet und eine Risikoanalyse durchgeführt. Darauf aufbauend wurden Präventionsstrategien betrachtet. Dazu gehörte auch die kritische Reflektion der eigenen Kommunikation, z.B. im Umgang mit Fotografie und Film sowie der Sensibilisierung der Kinder, Jugendlichen, ihrer Eltern und auch der Besucher einer Organisation. Innerhalb des Austausches wurde deutlich, dass bereits die Erstellung einer Leitlinie zum Kindesschutz gemeinsam mit der Zielgruppe eine Sensibilisierung für Risiken darstellt und ein Hinterfragen der eigenen Arbeitsweise darstellt. Innerhalb von Fallbeispielen wurden praktische Strategien im Umgang mit Verdachtsfällen von Kindesmissbrauch erarbeitet.

 

Es wurde deutlich, dass die Entscheidung für die Erstellung einer Kinderschutzleitlinie eine bewusste Entscheidung für Verantwortungsübernahme im Kindesschutz darstellt. Bereits innerhalb des Workshops zeigten unsere Partner großes Interesse an der Entwicklung einer eigenen Leitlinie und entwickelten als letzten Schritt einen Aktionsplan zur Entwicklung einer Leitlinie in der jeweiligen Organisation. Es wurde empfohlen eine Arbeitsgruppe einzurichten und eine Person als Verantwortliche für den Kinderschutz zu beauftragen. Weiterhin wurden die Organisationen inspiriert, die Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern in den Entwicklungsprozess einzubeziehen und somit Möglichkeiten für Sensibilisierung zu schaffen.

 

Der Workshop wurde mit verschiedenen Methoden dynamisch gestaltet und bot viel Raum für Diskussionen. Innerhalb von vier Etappen mit telefonischer Beratung, Besuchen vor Ort und zwei weiteren Workshops bietet die Kindernothilfe eine umfassende Begleitung in der Umsetzung des Aktionsplanes. Neben den konkreten Aktionsplänen wurde festgehalten, innerhalb der kommenden Netzwerktreffen weitere Workshops durchzuführen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Franz Schoo (Chico) (Sonntag, 27 Oktober 2019 13:28)

    Ich wünsche dem Netzwerktreffen weiterhin einen erfolgreichen Verlauf - vor allem konstruktive Gespräche, ehrliche und offene Auseinandersetzungen und persönliche Begegnungen. Ich hoffe, dass das gestern verabschiedete Abschlussdokument der Amazonassynode in Rom für alle ermutigend ist.