Bericht über den Partnerbesuch bei der Herz-Jesu-Gemeinde

Hier nun  kommt endlich mein Bericht über die Begegnungen in unserer Partnergemeinde, auf den manche sicher schon warten.

 

Seit sehr vielen Jahren gibt es eine Gemeindepartnerschaft zwischen der St. Marien- Gemeinde Ahaus und der Herz-Jesu-Gemeinde in  Nova Iguaçu.  Wie schon einmal im Jahr 2015 konnte ich nun wieder im Rahmen einer Reise mit dem Aktionskreis Pater Beda die Partner hier in Brasilien besuchen.  

 

Am 11. und 12. April gab es für mich ein umfangreiches Programm mit Padre Paulo Pires, dem Pfarrer unserer Partnergemeinde. Dabei war auch, wie von Udo schon erwähnt,  Marina. Sie spricht fließend portugiesisch,  so dass sie schnell und zuverlässig übersetzte, was ich nicht verstand bzw. nicht auf Portugiesisch sagen konnte. Auch auf diesem Weg noch einmal dir vielen Dank, Marina!

 

Auf dem Programm standen Begegnungen in der Pfarrkirche der Gemeinde Sagrado Coração de Jesus, in der Kapelle Nossa Senhora Aparecida und in der Kindertagesstätte Sitio Operário São José. Die Kapelle liegt ebenso wie die Crêche im Armenviertel des Stadtteils Caonze von Nova Iguaçu. Beide Einrichtungen wurden ursprünglich mit Spenden aus Ahaus errichtet. Die Kindertagesstätte wird inzwischen von der NGO Avicres geführt, ist aber weiterhin Partner von St. Marien Ahaus.

 

Das Obergeschoss der Crêche wurde im vergangenen Jahr vollständig erneuert und ausgebaut. Das Ergebnis dieser Investitionen konnte ich besichtigen und bewundern. Es gibt jetzt oben einen großen Versammlungsraum, Besprechungszimmer, einen Unterrichtsraum,  sanitäre Anlagen und  eine geräumige, praktisch und modern ausgestattete Küche. Auf dem anfangs wüsten Boden um das Gebäude herum hat die Biologin Andrea mit den Kindern einen ansehnlichen Garten angelegt, in dem gemeinsam gesundes und leckeres Obst und Gemüse angebaut wird. Kinder und Erzieher/innen machten einen fröhlichen und zufriedenen Eindruck.

 

In der Pfarrgemeinde und in der Kapelle wurden Marina und ich sehr herzlich aufgenommen und bewirtet. Wir trafen Frauen vom Mütterclub, von der Gemeindecaritas, dem Besuchsdienst, Alberto, den Koordinator der Gemeinde, sowie den Sekretär Rodriguez. Das von Pfr. Plaßmann mitgegebene Grußwort löste allenthalben Freude aus. Padre Paulo wurde nicht müde, immer wieder die Verbundenheit im Glauben mit St. Marien in Ahaus zu betonen. Eine besondere Überraschung war die Einladung an den Pfarrer, die Mariengemeinde zusammen mit einer weiteren Person zu besuchen.

 

Padre Paulo habe ich als sehr engagierten Pfarrer erlebt, der offen über Probleme in seiner Gemeinde und im Stadtteil Caonze spricht. Er ist beliebt, spricht überall Bekannte und Gemeindemitglieder an. Um die Gemeinschaft in der Pfarrei zu fördern, hat er einen Schwerpunkt darauf gelegt, Küchen und Gemeinschaftsräume einzurichten oder zu renovieren, so bei der Kapelle und auch beim Gemeindesaal. Dabei half die Unterstützung aus Ahaus. Vor Ort überreichen konnte ich Spenden des Handarbeitskreises und der Mitarbeiterinnen der Kleiderstube aus Ahaus.  

 

Zu den größeren  Sanierungs- und Renovierungsarbeiten der letzten Jahre gehört die Erweiterung der Hausmeisterwohnung an der Kapelle. Dort lebt Dona Maria mit ihrer Familie. Sie leistet unschätzbare Dienste, allein durch ihre Anwesenheit in dem Gebäude. Der Traum von einem Freizeitgelände, insbesondere für Kinder und Jugendliche, besteht weiter. Ganz ohne Hilfe aus Ahaus wird er jedoch kaum verwirklicht werden können.   

 

Schon dieses Beispiel zeigt, dass die Gemeinde trotz eigener Anstrengungen nicht ganz auf die Unterstützung aus Ahaus verzichten kann. Caonze ist und bleibt ein prekärer Stadtteil. Umso beeindruckender sind die Begegnungen mit den Menschen hier, die sich nicht entmutigen lassen. Der Besuch hat erneut gezeigt, wie wichtig die persönliche Begegnung ist. Die Zufriedenheit,  Dankbarkeit,  Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen waren überwältigend und machen aus den Beziehungen eine echte Partnerschaft. Von dem Mut und dem Gottvertrauen unter oft widrigen Bedingungen können wir lernen.

Monika Schmiemann, Ahaus (z.Zt. Recife)

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Carmen (Mittwoch, 17 April 2019 15:40)

    Liebe Monika!
    Dein Engagement ist exemplarisch, unersetzbar und unverzichtbar. Ich wünsche Dir alles Liebe und freue mich Dich bald in Deiner Heimat wieder zu sehen.
    Liebe Grüße, Carmen