Am 31. März, wurde der Film MANAS, dank des Engagements des Pastoralen Raums Unna-Fröndenberg-Holzwickede und Janfelix Müller in Unna, gezeigt. Zum vierten Mal waren wir vom Aktionskreis bei der Ausstrahlung in Deutschland beteiligt. Und ehrlich gesagt… es wird nicht leichter. Man bleibt in jeder Szene angespannt, denkt immer noch: „Was passiert jetzt?“ – selbst wenn man schon weiß, was kommt.
Denn genau das ist es, was so schwer wiegt. Es ist keine Fiktion. Es ist das reale Leben von Kindern und Jugendlichen, die innerhalb ihrer eigenen Familien Missbrauch erleiden, oft durch den eigenen Vater.
Wenn der Film endet, spricht niemand. Und genau das ist auch in Unna passiert – völlige Stille im Raum. MANAS macht etwas mit uns.
Pastor Bernhard Middelanis, ein enger Freund und langjähriger Unterstützer der Arbeit von Schwester Henriqueta, sah den Film in Unna das erste Mal. Er war bereits fünfmal auf Marajó und dennoch, trägt er noch immer ein Gefühl in sich, für das es keine einfache Erklärung gibt. Wie ist es möglich, eine Arbeit dieses Ausmaßes aufrechtzuerhalten, in einem Gebiet, in dem die Hindernisse so zahlreich und tiefgreifend sind?
Genau darin erkennen wir die Dringlichkeit: Man muss den Kindern, Jugendlichen und Frauen dieser Region Gehör schenken. Stimmen, die durch Isolation, Bevormundung und die Abwesenheit des Staates zum Schweigen gebracht werden.
Was man sich wirklich wünscht, ist, dass MANAS zu einer Verpflichtung wird. Ein Aufruf an die Behörden, damit Marajó nicht länger ein Synonym für Vergessen ist, sondern zu einem Ort echter Veränderung wird, mit Gesundheitsversorgung, Bildung, öffentlicher Sicherheit und vor allem mit Maßnahmen für diejenigen, die sie am meisten brauchen: die Kinder und Jugendlichen der Region.
Im Anschluss an MANAS haben wir einen 6-minütigen Kurzfilm gezeigt, produziert von @theexodusbr und @allansouzalima in Zusammenarbeit mit dem IDAH. Es ist, als wäre Schwester Henriqueta unter uns und würde mit ihren eigenen Worten erzählen, was MANAS im Kino zeigt – nur ohne Drehbuch, ohne Schauspieler. Das echte Leben.
Schwester Henriqueta war es immer wichtig zu betonen, dass dieser Auftrag nicht nur für Marajó gilt. Es ist ein Problem, das auf der ganzen Welt existiert. Sie sagte immer wieder: Wir dürfen nicht schweigen. Denn wer schweigt, stimmt zu.
Brecht das Schweigen, seid aufmerksam, hört zu und glaubt dem Menschen, kämpft gegen den Machismus und seid brüderlich, schwesterlich.
Am Ende sagt uns MANAS etwas ganz Einfaches: Wir müssen zuhören. Und nachdem wir zugehört haben, müssen wir handeln.
MANAS apoiam MANAS.