Austausch mit der CPT Campina Grande
Heute startet das 41. Netzwerktreffen von SoliVida. Da die Teilnehmenden aus acht verschiedenen Bundesstaaten anreisen, hatten viele eine lange Fahrt. Wir nutzten den Vormittag, um uns mit der CPT Campina Grande auszutauschen. Sie berichten von den großen Problemen, die durch den Ausbau der erneuerbaren Energien entstehen. Sie sind für die grüne Energie – die Frage ist nur, wo und wie. Denn aktuell ist es so, dass ausländische Firmen riesige Anlagen bauen. Um an diese Flächen zu kommen, nutzen die Unternehmen „schmutzige“ Methoden. Familien werden falsche Dinge versprochen, es wird Streit in Siedlungen gelegt, alte Menschen werden überredet, Verträge zu unterschreiben, die sie nicht verstehen, und am Ende haben die Familien von dem zuvor hart erkämpften Land nichts mehr. Hinzu kommt, dass Flächen, die zur Ernährung der brasilianischen Bevölkerung genutzt wurden, entfallen und die Gewinne ins Ausland fließen. Die Aufgabe der CPT ist es, hier Familien zu beraten, zu schützen und aufzuklären – neben dem Kampf um Land und den anderen Herausforderungen, von denen wir ja schon erzählt haben.
Durch die Kürzungen des BMZ sind insbesondere die CPTs betroffen, denn sie wurden in der Vergangenheit stark von Misereor unterstützt. Das Geld wird weniger, die Fronten, an denen sie kämpfen, aber nicht.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen starten wir in das Netzwerktreffen. Das Thema in diesem Jahr: „Arbeitsrechte und Arbeitsgesetzgebung“. Vom 24. bis 26. Oktober 2025 findet es in Cajazeiras im Ausbildungszentrum Frei Beda statt. Im Fokus steht die Stärkung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Institutionen, die dem Netzwerk angehören, durch die Förderung von Lernräumen, Erfahrungsaustausch und kollektiver Reflexion.
Arbeitsrechte sind ein wichtiges Thema für soziale Organisationen, insbesondere angesichts der aktuellen Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit.
Los ging mit der Begrüßung der Vertreter*innen der Partnerorganisationen durch den Vorstand des Netzwerks SoliVida. Danach stellte uns die Professorin Mara Edilara Batista (UFCG) eine Analyse der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage vor, die wichtige Überlegungen zum brasilianischen Kontext und dessen Auswirkungen auf die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen enthielt.
Anschließend gab es einen Austausch zwischen den anwesenden Institutionen. Anhand verschiedener Fragen setzten wir uns mit der institutionellen Entwicklung jeder Organisation sowie den Erwartungen und Strategien für die zukünftige Nachhaltigkeit des Netzwerks und seiner Mitglieder auseinander.
Im Gespräch wurde deutlich, was das Netzwerk den Institutionen bedeutet. Das Netzwerk SoliVida verfolgt weiterhin entschlossen sein Ziel, seine Maßnahmen zu verbessern und die Förderung der Menschenrechte auszuweiten, wobei der Schwerpunkt stets auf sozialer Gerechtigkeit, Gleichheit und Nachhaltigkeit liegt. Das Treffen ist eine hervorragende Gelegenheit, um Visionen abzustimmen, Verpflichtungen zu erneuern und den gemeinsamen Weg zu stärken.