Während Schwester Denise in Deutschland war, machte die GAIA-Ausstellung Halt in Ibbenbüren. „Das Kunstwerk Gaia Earth soll die Zerbrechlichkeit unseres Planeten verdeutlichen“, erklärt der Künstler Luke Jerram. Aus dem Weltraum betrachtet verschwinden nationale Grenzen. Konflikte, die Menschen sonst trennen, wirken plötzlich unbedeutend. Was bleibt, ist die eindringliche Erkenntnis: Wir teilen einen einzigen, verletzlichen Planeten – und nur gemeinsam können wir ihn schützen. Von einem respektvollen, solidarischen Umgang mit unserem „Casa Comum“ („gemeinsamen Haus“) spricht auch Denise in ihren Vorträgen und appelliert an die Verantwortung, die wir alle tragen.
Die Natur als Ware
„Es gibt keine Klimagerechtigkeit, ohne die historischen Ungleichheiten anzuerkennen und zu verändern“, erklärte Lucas Catarino bei einem Vortrag im Rahmen der GAIA-Ausstellung in der St.-Ludwig-Kirche in Ibbenbüren. Unterstützt wurde er dabei von Frauke Löpmeier vom Aktionskreis als Übersetzerin.
Unser aller Tun beeinflusst das Leben der Menschen auf der ganzen Welt. In seinem Vortrag betonte Lucas Catarino, dass wirtschaftliche Strukturen wie Kapitalismus, die Betrachtung der Natur als Ware und postkoloniale Verhältnisse oft die Wirtschaft über den Lebensraum Erde stellen. Am stärksten betroffen seien diejenigen, die am wenigsten Einfluss auf diese menschengemachten Veränderungen haben. In Brasilien sind das vor allem sozial benachteiligte Menschen und insbesondere indigene Völker. Gerade diese leben meist im Einklang mit der Natur und tragen wesentlich zum Schutz der Wälder bei.
Unter der schwebenden Erdkugel sprach Lucas, der in Politikwissenschaften promoviert, auch über wirtschaftliche Abhängigkeiten und ungleiche Machtverhältnisse zwischen dem globalen Süden und Norden. Natürliche Ressourcen würden vielerorts intensiv ausgebeutet, oft unter erheblichen Umweltbelastungen und auf Kosten der lokalen Bevölkerung. Rohstoffe würden unverarbeitet exportiert, während der Gewinn im Ausland entstehe. Kurzfristige wirtschaftliche Vorteile stünden dabei langfristigen Folgen gegenüber: Landkonflikte, Umweltzerstörung und der Verlust von Lebensräumen.
Viele Interesse von Freundinnen und Freunden des AKPB
Zahlreiche Freundinnen und Freunde des Aktionskreises Pater Beda nahmen an dem Vortrag teil, der in eine „brasilianische Nacht“ eingebettet war und von der Teresina-Gruppe aus St. Ludwig organisiert wurde. Die Partnerschaft der Gruppe mit der Diözese in Teresina besteht unabhängig vom Aktionskreis, dennoch verbinden gemeinsame Anliegen die Menschen in Deutschland und Brasilien: Kräfte bündeln, Stimmen erheben und sich gemeinsam für den Schutz der Erde einsetzen.
Eine eindeutige Botschaft
Was geht uns an, was auf der anderen Seite der Welt geschieht? Unter der schwebenden Weltkugel wurde die Antwort greifbar: Wir leben auf demselben Planeten – und alles hängt zusammen. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für die Erde. Die Botschaft an das Publikum: „Es gibt keine Klimagerechtigkeit, ohne die historischen Ungleichheiten anzugehen, die bestimmen, wer am meisten leidet und wer am wenigsten Verantwortung übernimmt. Die Debatte um das Klima ist global, aber die Verantwortlichkeiten sind nicht gleich.“