Am Mittwoch 28.01. hatten wir einen spannenden Austausch mit Maria Oberhofer, die seit über 30 Jahren in Juazeiro (Bahia) lebt und dort bei der Institution IRPAA angestellt ist.
Die Partnerschaft entstand über Nordestino und den Brasilienkreis Marl, weshalb sie auch von Hubert und Ulla Schepers sowie Beate Schepers begleitet wurde. 2024 war bereits eine Gruppe vor Ort und besuchte die Organisation. Für uns war es das erste persönliche Treffen mit ihr. Umso begeisterter waren wir von ihren Ausführungen und den Einblicken in ihr Wirken sowie in die Arbeit von IRPAA in der Caatinga.
Maria erläuterte uns anhand einiger Beispiele die Arbeit von IRPAA. Sie zeigte eindrucksvoll, wie die Menschen dabei unterstützt werden, ein nachhaltiges Bewusstsein für Umweltthemen zu entwickeln und die Schönheit sowie die Wurzeln des Campos wiederzufinden. Doch das ist nur ein kleiner Teil der vielfältigen Arbeit vor Ort. Im Einklang mit dem semiariden Klima dieser Region soll ein nachhaltiges Leben ermöglicht werden. Ein großes Thema ist die Wasserversorgung, etwa der Bau von Zisternen, ebenso wie die Unterstützung bei der Einforderung der Rechte der Menschen und die Stärkung der Gemeinschaften, diese gemeinsam durchzusetzen. Es geht um die Nutzung von Technologien und gleichzeitig um die Wertschätzung und Anerkennung von traditionellem Umgang mit der Umwelt, Umweltschutz und der Verbundenheit mit dem Land der Vorfahren.
Sie beschrieb uns die Kämpfe mit internationalen Firmen, die die Menschen vor Ort verdrängen, das Land ausbeuten und Familien entzweien. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, den Reichtum dieser ländlichen Gemeinschaften sichtbar zu machen, um zu belegen, dass dieses Land, die vorhandene Natur und diese Gemeinschaften schützenswert und wertvoll sind. „Wir können es nicht komplett stoppen, aber wir können es bremsen und teilweise umlenken.“
Sich gegen dem aktuellen Entwicklungsmodell und den Großprojekten zu stellen, auf die Seite der ländlichen Familien kann auch manchmal mit Risiken verbunden sein. Daher ist die Arbeit in Netzwerken und Organisationen überaus wichtig. Das bestätigte uns auch Maria. „Ich bin so dankbar für all das – für diese Arbeit, für alles, was die Menschen mir beibringen." Und wieder treffen wir auf eine echte Kämpferin für Gerechtigkeit und sind tief beeindruckt von ihrer Entschlossenheit.
Wenn Maria das nächste Mal in Deutschland ist, werden wir versuchen, euch die Möglichkeit zu geben, sie und ihre Arbeit kennenzulernen. Wir hätten gerne noch viel mehr erfahren und sind sehr dankbar für den Austausch, die Einblicke und, dass wir ihre so wichtige Arbeit unterstützen dürfen.