Steffi Jaisfeld (2.v.l.) ist Bedas Nichte. Brasilien war immer ein Teil von ihrem Leben. Geschichten, Fotos und Besuch aus Brasilien, mit all dem ist Steffi groß geworden und hat unglaublich viel davon gehört. Zur Silberhochzeit entschließt sie sich mit ihrem Mann Manni eine Reise in das Land zu machen, mit dem sie sich so eng verbunden fühlt. Ihr großer Wunsch- nicht nur das Land kennenlernen, sondern auch Einblicke in die Arbeit der Partnerorganisationen zu erhalten, für die ihr Onkel sein ganzes Leben aktiv war.
Bei ihrer Silberhochzeit verzichten sie auf Geschenke, machen eine Tombola und sammeln Spenden für drei Partnerorganisationen in Brasilien. Und waren sie da. Besuchten Partner in Recife, Ceará und Rio de Janeiro und schauten sich natürlich auch das Land an. Von ihren Besuchen und Eindrücken bei den Partnerorganisationen schickten sie uns zwischendurch Fotos und ein paar Infos, die wir hier gerne mit euch teilen möchten.
Franziskaner Kloster Olinda
Was für ein Tag!
Zuerst durften wir das Franziskanerkloster in Olinda erkunden, wo Beda die ersten Jahre lebte und studierte.
Danach wurden wir extrem herzlich in Turma do Flau empfangen. Wir haben viel über die Arbeit von Schwester Aurieta & Team erfahren.
Die Kinder haben sich so gefreut. Wir haben gemeinsam gesungen und gelacht. Zu sehen, was mit Unterstützung des Aktionskreises Pater Beda auf die Beine gestellt wurde, ist beeindruckend. Zu erleben, wie den Kindern mit Bildung, Essen und einer lebendigen Gemeinschaft eine gute Grundlage für verbesserte Zukunftschancen gegeben werden, hat uns tief bewegt.
Turma do Flau
Comunidade dos Pequenos Profetas - CPP
Lebendig und energiegeladen geht es in diesem sehr professionell aufgestellten Projekt von Demetrius Demetrio und seinem Team zu.
Während im Dachgarten über den Dächern von Recife Gemüse für das Mittagessen geerntet wird, übt eine Trommelgruppe unter der Anleitung von Hilton ein neues Stück. In der projekteigenen Bäckerei wird frisches Brot aus hochwertigen Mehlen gebacken. Es wird in der Favela an Bedürftige verschenkt, wird für die Versorgung der Frauen und Kinder im Projekt benötigt sowie für die eigene Mitfinanzierung verkauft.
Das Projekt setzt sich mit kreativen Ideen für den Schutz und die Versorgung von Frauen, Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahren ein. Wochentags kommen Kinder vor oder nach dem Schulunterricht ins Projekt, erhalten eine warme Mahlzeit und erleben eine sichere Gemeinde.
Viele ehemalige Straßenkinder wirken inzwischen als Helfer vor Ort mit. Das Projekt ist montags bis samstags geöffnet.
Wir durften einen Tag in der Küche und Bäckerei sowie beim Brotverteilen in einem der vielen Armenviertel Recifes mithelfen. Wir haben großen Respekt vor dem, was hier geleistet wird.🫶🏼
Casa Menina Mulher
Ein Schutzraum für Mädchen und Frauen ist Casa Menina Mulher von Lourdinha Sousa und Team.
Hohe Missbrauchraten an Mädchen und Femizide, so die traurige Realität in Recife, im Bundesstaat Pernambuco. Das Projekt Menina Mulher bietet viel Raum für Aufklärung und Bildung. So tragen Selbstverteidigung, Kunsttherapie und gesellschaftspolitische Weiterbildung dazu bei, Mädchen & Frauen für eine bessere Zukunft stark und selbstbewusst zu machen.
Ilha de Deus
Was für ein Empfang auf der Ilha de Deus. Pater Beda und unser verstorbener Freund Udo werden auf dieser Fischerinsel bei Recife sehr verehrt. Deshalb war hier die Freude groß, dass wir als Familie von Beda zu Besuch waren. Wir haben viel gesehen und durften Mangroven für den Erhalt des Ökosystems der Insel pflanzen. Es ist beeindruckend wie sich eine sehr verarmte Insel dank der Unterstützung des Aktionskreises Pater Beda innerhalb von 42 Jahren zu einer funktionierenden Gemeinschaft mit Zukunftsperspektive entwickeln konnte.
Heute gibt es unter anderem dort einen Kindergarten, eine Schule, ein sehr erfolgreiches Fußballprojekt und täglich eine warme Mahlzeit für bedürftige Fischerfamilien.
Amigos para sempre!🫶🏼
Nosso Lar - Unser Zuhause
Das haben wir heute im Projekt von Hélio, Edivania und Team erlebt. Ein Ort mit viel Herz, Vertrauen, Zuneigung, Sicherheit und Respekt füreinander. Kinder und Jugendliche aus den Armenvierteln von Juazeiro do Norte erhalten hier wochentags nicht nur zwei Mahlzeiten, sondern auch Struktur, Geborgenheit und Entfaltungsmöglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben.
Horta Nosso Lar
Auf 10 000 qm Fläche wurde ein Selbstversorgergarten mit einer erstaunlichen Gemüse-und Obstvielfalt angelegt. Er wird von Familien aus dem Armenvierteln eigenständig bewirtschaftet. Auf den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden wird gänzlich verzichtet. Ernte-Überschüsse werden verkauft. Künftig soll hier eine einfache Outdoorküche entstehen, damit die Frauen und Männer vor Ort geschult werden können, um künftig ihr Gemüse und Obst eigenständig verarbeiten zu können. Dafür sind Spenden notwendig.
Die Fahrt zum Projekt „Verde Vida“ im Hinterland von Crato war abenteuerlich und führte über unbefestigte, von Regenfällen stark beschädigte Pisten. Beim Rundgang in der grünen Oase gab es viel Kunst zu entdecken: überall waren farbenfrohe Wandmalereien und Mosaike, die auf den Gründer und Künstler Marcos Xenofonte verweisen. Das 1994 gegründete Projekt betreut rund 70 Kinder und Jugendliche aus dem Umland und bietet ihnen Bildungs-, Freizeit- und Kulturangebote. Dazu gehören beispielsweise Informatikkurse, Kunst-, Musik- und Capoeira-Unterricht.
Was für ein herzlicher Empfang im Kinder- und Jugendförderprojekt „Nova Vida“ (Neues Leben) in Crato im Nordosten Brasiliens. In ihrer Begrüßungsrede wiesen die Leiter des Projektes, Hermano und Socorro Xenofonte, kurz auf die Geschichte des Projektes hin, welches 1992 für Kinder und Jugendlich gegründet wurde, um ihnen ein ganzheitliches Förderprogramm zur persönlichen Reifung und beruflichen Existenzsicherung zukommen zu lassen. Seit der ersten Stunde ist der Aktionskreis Pater Beda Partner dieses Projektes. Heute können sich hier 250 Kinder in Alter von 2 bis 5 Jahren entwickeln und entfalten. Nachmittags bietet das Projekt Zusatzbetreuung sowie vielseitige Weiterbildungsangebote für Kinder und Jugendliche an.
Das Team arbeitet darüber hinaus professionell mit Psychologen und Ärzten zusammen. Beispielsweise gibt es sogar eine kleine Zahnarztpraxis im Haus. Studierende von der Uni übernehmen den kostenlosen Zahncheck.
Einsatz für Würde, Gerechtigkeit und Schutz
Beeindruckender Besuch im „Centro dos Direitos Humanos“ in Nova Iguaçu, einer von Armut geprägten Großstadt im direkten Umland der Millionenmetropole Rio de Janeiro.
Das Menschenrechtszentrum von Nova Iguaçu wurde 1978 während der brasilianischen Militärdiktatur von Dom Adriano Hypólito gegründet. Zu den Hauptaufgaben gehören an erster Stelle die kostenfreie Rechtsberatung und juristische Unterstützung:
Weitere beispielhafte Projekte des Zentrums:
Zitat:
„Das Menschenrechtszentrum von Nova Iguaçu steht für die konsequente Verteidigung der Würde jedes Menschen und für den unbeirrbaren Einsatz gegen jede Form von Gewalt, Diskriminierung und Rechtsverletzung.“
Liebe Steffi, lieber Manni,
danke für diesen vielen tollen Reisebericht, diese Bilder und Eindrücke. Danke auch für eure Begeisterung, mit der ihr so viele Menschen in Deutschland angesteckt habt. Schon bei eurer Silberhochzeit habt ihr es geschafft - ohne, dass ihr vorher da gewesen seid - die Menschen für das Tun unserer Partnerorganisationen in Brasilien zu begeistern und unglaublich viele Spenden gesammelt. Auch während eurer Reise habt ihr die Chance genutzt, euer Umfeld mitzunehmen, auf die Situationen und Herausforderungen aufmerksam zu machen. Und nicht nur das, ihr habt nochmal richtig viele Spenden gesammelt. Wir hoffen diese Reise und die Erlebnisse wirken noch lange nach - ihr habt damit auf jeden Fall vielen Menschen Hoffnung geschenkt!
Danke für eure Verbundenheit und euer Engagement!