Schwarze Bevölkerung Brasiliens kämpft um ihr Recht.

 

Zum Abschluss unserer Brasilien-Reise nehmen uns die MitarbeiterInnen des "Instituto Tereza de Benguela de Direitos Humanos" (Institut Tereza de Benguela für Menschenrechte) von Nova Iguaçu/RJ noch mit zu einer Begegnung mit den Menschen im Quilombo Santa Justina / Santa Izabel in Marangatiba/RJ. Als Quilombo bezeichnete man zur Zeit der portugiesischen Herrschaft eine Niederlassung geflohener schwarzer Sklaven in Brasilien. Heute gibt es landesweit Gemeinschaften der Quilombolas, die eigens von der Regierung eingerichtet wurden, jedoch meist mit jahrelangen Gerichtsverfahren mit Großgrundbesitzern, die sich unrechtmäßig das Land angeeignet haben, was den Nachfahren der schwarzen Bevölkerung zusteht. So auch hier auf zwei alten Fazendas, (Santa Justina/Santa Izabel) wo über Jahrhunderte Sklaven zur Bewirtschaftung der Bananen- Zuckerrohr- und Gemüseplantagen gehalten wurden. Heute leben hier freie Bürger und warten noch auf die Besitzurkunde des Landes, wo sie bereits seit Jahrhunderten leben und arbeiten. Der Quilombo wurde bereits von der Bundesregierung anerkannt und umfasst eine Fläche von 829 ha, wo z.Zt. 64 Familien leben. Bis heute haben sie keinen Stromanschluss und nur eine kleine Lampe, die mit Solarzellen aufgeladen wird. Auch hier gibt es regelmäßige Treffen mit den MitarbeiterInnen des Institutes, um gemeinsam beim Staat vorstellig zu werden und die Rechte durchzusetzen, die die Verfassung Brasiliens gerade für die Nachfahren der Sklaven vorgesehen hat.

 

Zwei Personen dieses Quilombos sind bereits im sogenannten „Programm zum Schutz von Vertretern der Menschenrechtsbewegungen im Bundesstaat Rio de Janeiro“ aufgenommen, Senhor Vicente Vito da Conceição (blaues T-Shirt) und Senhora Iosana Martins (gelbe Bluse), das vom Menschenrechtszentrum der Diözese Nova Iguaçu mit finanzieller Ausstattung durch Bundesgelder durchgeführt wird. Z.Zt. werden somit im Bundesstaat 91 Personen in verschiedenen Maßnahmen geschützt (anonymer Polizeischutz etc.), die durch ihre Arbeit für mehr Menschenrechte ins Visier von Kriminellen, Banden und Milizen geraten sind und um ihr Leben fürchten müssen. Oft sind korrupte Politiker und Polizisten mit von der Partie, wenn es sich um das plötzliche Verschwinden von Menschenrechtsaktivisten handelt. Jedoch durch diese Arbeit wird eine große Öffentlichkeit erzeugt, was wiederum den Schutz der Aktivisten erhöht.    

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Monika Schmiemann-Witsken (Dienstag, 29 März 2022 15:44)

    Danke für die zahlreichen informativen und anschaulichen Berichte! Gute Heimreise!!

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