Samstag, 21. September in Simoes Filho u. Salvador

Heute morgen (21.09.) gut und pünktlich in Salvador angekommen. Zunächst wird man nach der Ausfahrt aus dem Flughafenterminal durch eine atemberaubende Bambusallee geschickt. –

Wenn man heute nach 1,5 Jahren zurück nach Brasilien kommt, sieht man auf der einen Seite tolle Verbesserungen, gerade was Infrastrukturprojekte angeht. Ein Shoppingcenter nach dem anderen wird aus dem Boden gestampft. Wir haben ja schon von den Protesten in Brasilien gehört und diese gehen auch weiter, gerade in den Ballungszentren. Die Menschen fragen: Entwicklung und Fortschritt für wen? Sicherlich vorrangig für die Menschen, die den Fortschritt auch bezahlen können. Die Strassen werden besser, aber vielfach sind Straßenabschnitte Mautpflichtig für ein paar Kilometer schnell mal umgerechnet 1,00 €. Privatisierung hat ihren Preis. Und auch dort hat es in der Nähe von Salvador an der Bauqualität gemangelt. Nach einem heftigen Regenguss tat sich auf einer Hauptausfahrtsstrasse der Metropole Salvador jüngst ein großen Loch auf. Die Landesregierung stoppte die Mautpflicht und der Investor klagte erfolgreich dagegen. Nun ist man fleißig mit den Reparaturarbeiten dabei in Tages- und Nachtschichten, dieses Teilstück wieder komplett für den Verkehr freigeben zu können. –

 

Wir machen einen Besuch beim gerade fertiggestellten Wohngebäude mit 12 Wohneinheiten. Das Gebäude gehört zur Cidade da Criança, dem damaligen Kinderdorf in Simoes Filho, in der Nähe von Salvador, dort, wo ich auch für die zwei Tage untergekommen bin. Die Leiterin Ivonita Alves erklärt, wie dies zustande kam. Das Gebäude entstand mit Spenden von der luxemburgischen Organisation „Hand in Hand“, deren Mitglieder die Sozialarbeit eines bereits verstorbenen Priesters aus Luxemburg, Pater Emílio Wagner, über viele Jahre unterstützen. Das Kinderdorf wurde inzwischen umorganisiert zu einem Kinder- und Jugendförderprojekt mit Berufskursen. Die letzten 10 Waisen, die aus dem damaligen Heim mit zunächst notdürftigen Behausungen unterstützt wurden, bekommen nun alle eine 62 m2 große Wohnung. Die anderen beiden Wohnungen werden vermietet, damit Mittel u.a. für den Unterhalt eines solchen Gebäudes angespart werden können. –

Ein Unterrichtgebäude wurde durch die Firma Coca Cola ganz neu gestaltet. Hier nehmen jährlich in 2-monatigen Kursen 620 junge Leute teil. Sie erlernen das Verkaufsmanagement, die Logistik, Basiswissen zur Informatik und erhalten weiteres Rüstzeug, um in normalen Verkaufsläden arbeiten zu können aber natürlich auch in Partnerfirmen von Coca Cola, wie z.B. Mac Donald oder den Geschäftspartnern in den großen neuen Shoppingcentern. Vieles auch schon im Hinblick auf die kommende Fußball-WM 2014. –

Für den Abend hatte sich eine Hochzeitsgesellschafft angekündigt. Das Projekt vermietet Räumlichkeiten um Einnahmen für den Unterhalt zu erzielen. Eine Art Partyservice bereitet alles sehr elegant vor, damit 180 Personen dort feiern können. Das gibt es natürlich nur an Wochenenden, wenn keine Kurse laufen und das Projektgelände dann leer ist. Bei dieser Gesellschaft handelte es sich um Familien, die allesamt einer Pfingstkirche angehören und daher wurde gänzlich ohne Alkohol gefeiert. 2 Uhr in der Früh’ wurde es langsam ruhig auf dem Gelände. -

Einige Eindrücke vom ersten Tag, der auch von Planungen für das nächste Vernetzungstreffen der Vertreter der Partnerprojekte geprägt war. Terminlich muss noch einiges verschoben werden, was die Vorbereitung angeht. Aber hierzu später mehr.

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