WIRKUNGSBEOBACHTUNG


Mit allen Partnerprojekten hat der Aktionskreis Pater Beda seit vielen Jahren Verbindung und Kontakt, wenigstens 5 Jahre lang, einige über 30 Jahre und die Hälfte aller seit über 20 Jahren. In dieser Zeit haben sich Mechanismen entwickelt, die über die Jahre dazu beigetragen haben, Bedeutung und Wirkung der jeweiligen Projektaktivitäten zu untersuchen und vor allem auch diese dem Einsatz von Spendengeldern entgegenzustellen.

 

Dies geschieht u.a. durch Partnerbesuche vor Ort mit Einsicht und Offenlegung der Projekt- und Verwaltungsunterlagen. 

Bei den älteren Projekten wurde vor Jahren bereits, gerade auf Druck und Bitte des Aktionskreises Pater Beda, verstärkt auf die arbeitsrechtlichen Bestimmungen des Landes hingewiesen. Heute sind alle Partnerprojekte gemeinnützig anerkannt und werden jährlich durch die örtlichen Steuerbehörden ebenfalls geprüft. 

Allein dadurch wurde ermöglicht, dass die Partner auch auf Fördergelder für ihre einzelnen Maßnahmen aus dem brasilianischen Verwaltungsapparat zurückgreifen können, sei dies auf der Bundes-, Landes- oder Kommunalebene. Dies hat wiederum zur Folge, dass eine weitere, unabhängige Kontrolle der Mittelverwendung stattfindet.

 

Bei einigen Projekten hat diese intensive Auseinandersetzung mit den Partnern vor Ort dazu geführt, dass sich der Aktionskreis Pater Beda im Laufe der Zeit anteilig aus dem einen oder anderen Partnerprojekt finanziell zurückziehen konnte, da erkannt wurde, dass auch andere Fördergelder ins Projekt flossen. – Auf der anderen Seite gab es durch die Jahre hindurch auch Erfahrungen und Notwendigkeiten, durch die sich der Aktionskreis Pater Beda stärker als zuvor in die jeweilige Projektpartnerschaft engagierte.

 

Alle Projekte wirken in die brasilianische Öffentlichkeit und sind vielfach auch stark in der Ortskirche engagiert. In diesem Zusammenhang gibt es regelmäßige Gespräche und Treffen mit Vertretern der zuständigen Behörden, Pfarreien und Bistümern, was wiederum für Transparenz sorgt.

Einmal hat dieser Mechanismus dazu geführt, dass der Aktionskreis Pater Beda sich aus einer Projektpartnerschaft mit einem Kinderheim in Juazeiro do Norte/CE, Nordost-Brasilien mittelfristig zurückgezogen und dann die Zusammenarbeit ganz beendet hat, da sich über die Jahre herausstellte, dass sektenähnliche Strukturen vorlagen, die u.a. auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Ein älteres Ehepaar ließ keine neuen Leute mitmachen usw.  

 

Aus diesen Erfahrungen heraus, hat sich auch die Zusammenarbeit mit den franziskanischen Bewegungen in Nordost-Brasilien verringert. Eingeforderte und in den Projektvoraussetzungen aufgeführte Projektanträge wurden nicht vorgelegt. Lediglich telefonische Anfragen und fehlende Offenlegung der Finanzstruktur der jeweiligen Franziskaner oder Franziskanergemeinschaften machten eine konkrete Projektzusammenarbeit unmöglich. Heute gibt es nur noch wenige einzelne Maßnahmen, die insbesondere von der Provinzleitung der nordostbrasilianischen Franziskanerprovinz vorgelegt werden, bei denen sich der Aktionskreis Pater Beda dann finanziell engagiert. Jedoch ist die Summe von Jahr zu Jahr zurückgegangen.

Trotzdem versucht der Aktionskreis Pater Beda immer wieder in Gesprächen und bei Treffen auf diese Mängel aufmerksam zu machen. Viele Ideen und Maßnahmen in den franziskanischen Gemeinschaften verdienen Respekt, Anerkennung und Unterstützung, sie bedürfen aber der ordentlichen Projektabwicklung, mit Anträgen, Verwendungsnachweisen usw.

 

Insgesamt kann man sagen, dass die Spendengelder des Aktionskreises Pater Beda vor allem zur Finanzierung der Leitungsteams und der elementarsten Unterhaltskosten des jeweiligen Projektes dienen. Erst dadurch wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Projekte weiterentwickeln und auch anderweitige Fördergelder beantragen konnten.