Halbjahres-Bericht 2008

Auswertungsbericht der Tätigkeiten im Zentrum für berufliche Weiterbildung CEPF im ersten Semester des Jahres 2008
(CEPF - Centro Educational Profissionalizante do Flau - Zentrum für berufliche Ausbildung im Flau)


EINFÜHRUNG
Ab 2003 kam es in Brasilia Teimosa und deshalb auch in unserem Zentrum für berufliche Weiterbildung vom Flau zu starken Veränderungen auf der traditionellen Linie in Erziehung, Kultur und Religiosität. Hier machte sich eine Dezentralisierung beim Austausches von Erfahrungen zwischen den offiziellen Schulen, den gesellschaftlichen und sozialen Einrichtungen sowie den lokalen Kulturgutvertretern und den verschiedenen religiösen Ausdrucksformen bemerkbar. Infolge dieses Wandlungsprozesses konnten wir bei uns ein beachtliches Aufblühen auf kultureller Ebene insbesondere durch neue Choreografien bei der Tanzgruppe CIA DE DANCAS und bei der Maracatu Nacao do FLAU Filhos de Olorum verzeichnen. Wir konnten auch die beste Tänzerin von Recife, Vanessa Soares Suruagy, wieder für uns zurückgewinnen. Sie ist mit der 25jährigen Geschichte Brasilia Teimosas eng verbunden, an der sie mit ihren Einsätzen , Träumen und Eroberungen für bessere Lebensbedingungen in unserem Stadtteil mitgewirkt hat. Dazu kamen noch Ereignisse wie die Wahlen für die Vertreter der öffentlichen Haushaltsberatung der Stadt Recife, bei der Frau Valéia Valois als repräsentative Delegierte auf begrenzte Zeit wiedergewählt wurde, sowie die Wiederaufnahme von Tänzern und Tänzerinnen, die sich mit der Zeit von der Tanzgruppe CIA DE DANCAS entfernt hatten. Weiterhin wurde mehr und mehr Wert auf die aktive Beteiligung von Eltern und Verantwortlichen, der von uns betreuten Kinder und Jugendliche, an den alle drei Monate stattfindenden Hauptversammlungen und an den monatlichen Treffen gelegt. Dadurch wurde ein neues Klima in der CEPF geschaffen, das uns auch in die Lage versetzte, einen berufsfördernden Kurs per Online anzubieten, an dem jetzt 40 Kinder und Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren teilnehmen, um später einen geeigneten Arbeitsplatz finden zu können.


KULTURELLE VERANSTALTUNGEN
die Aufnahme von neuen uns freundschaftlich gesinnten Partnerschaften
Auftritte der kleinen Trommler (Kinder) im Hof vom Terco, im Polo von Brasilia Teimosa und der Umzug der FLAU durch die Strassen des Stadtviertels zur Karnevalszeit
Tanzaufführungen auf dem 16. Regionalkapitel der Missionsschwestern vom Gekreuzigten Jesus
Aufführungen auf den Hauptversammlungen für die Eltern und Verantwortlichen der Schüler
Aufführungen in den staatlichen und städtischen Schulen des Stadtviertels
Auftritt im Innenhof der Kirche Sao Pedro am Tag des Protestes gegen Kinderarbeit
Aufführungen bei den Junifesten im Polo von Brasilia Teimosa und der Fischerkolonie Z-1
An der Zahl dieser Auftritte kann man sehen, dass die Tanzgruppe CIA DE DANCA vom Flau und die Gruppe des Maracatu Nacao Filhos de Olurum in diesem ersten Semester 2008 einen recht vollen Terminkalender hatte. Dazu muss noch gesagt werden, dass es viele Treffen zur Vorbereitung auf diese Auftritte sowie Zusammenkünfte mit anderen Einrichtungen mit kulturellem Hintergrund sowie Gespräche über die Rechte und Pflichten eines verantwortlichen Bürgerdaseins mit den Kindern und Jugendlichen gab. Auch waren wir bei allen Phasen der Planung und Durchführung dieser Veranstaltungen mit dabei.


BERUFLICHE QUALIFIZIERUNG UND VORBEREITUNG AUF DEN ARBEITSMARKT

Durch das Institut „emprender“ (Etwas unternehmen) wurde in Partnerschaft mit uns ein Kursus bei uns eingerichtet, durch den junge Leute auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Hieran nehmen jetzt 40 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 24 Jahren teil. Der Kursus besteht aus verschiedenen Einheiten wie Informatik, Marketing, richtiges Verhalten im Beruf, Gefühl für Zusammenarbeit und Kommunikation am Arbeitsplatz. Das Ziel dabei ist, eine gute Qualifikation zu erhalten. Dabei geht es aber nicht nur darum seine persönlichen Lebensverhältnisse zu verbessern, sondern auch darum bei den großen Veränderungen im Land selbst mitzuhelfen. Täglich beobachten und ziehen wir die Fakten in Betracht, die nicht nur direkt in Verbindung mit der Schule stehen wie der gesellschaftliche und wirtschaftliche Status der Familie, das Niveau der Erziehung der Eltern, die erzieherischen Mittel Zuhause, das Eingebundensein der Eltern im erzieherischen Prozess ihrer Kinder, pädagogische Maßnahmen außerhalb der Schule, gesellschaftliche Aktivitäten und Freizeitbeschäftigungen und anderer lehrreiche auf die Praxis bezogene Tätigkeiten und schließlich die Daten, die sich auf das Ergebnis dieser Lehrmethoden beziehen und die die Lernfähigkeit der Schüler wiederspiegeln. Unter diesen Gesichtspunkten qualifiziert die CEPF Jugendliche für den Arbeitsmarkt. Dabei müssen aber auch die menschlichen Aspekte berücksichtigt werden, in dem sie durch unsere Erziehung auf das Alltagsleben vorbereitet werden, und dabei man darf sich nicht nur auf die Auswertung der schulischen Leistungen des Einzelnen beschränken, wie es auf den traditionellen Schulen immer noch gemacht wird.


VERSTÄRKUNG DES PÄDAGOGISCHEN PROGRAMMS

Das pädagogische Programm für 2008 versucht mit Exaktheit seine Ziele zu definieren. Deshalb wurde die Zahl der von uns angenommenen Schüler auf 180 begrenzt. Dadurch soll die Qualität der schulischen Ausbildung und des Lernvermögens verbessert werden, da das bei einer zu hohen Zahl von Kindern in einem Klassenraum sich recht schwierig gestalten würde:
- Wir achten dabei besonders darauf, welche Leistungen unsere Kinder und Jugendlichen bei ihren schulischen Verpflichtungen und Aufgaben im Sinne der kognitiven Aspekte der vorgeschriebenen Unterrichtsinhalte erbringen.
- Es werden (persönliche) Angaben und Informationen erhoben, die uns als Hintergrund für Entscheidungsfällungen über den Entwicklungsprozess des Lehrens und Lernens dienen
- Bei den Inhalten des offiziellen Lehrstoffes werden kritische Punkte erkannt, die eine größere Beachtung verdienen und die sofortige und vorrangige Eingriffe zur Verbesserung des Stoffes erforderlich machen
- Von den erhobenen Daten ausgehend die uns Subsidien an die Hand geben damit die Erzieher noch fähiger in der Leistung des Lernprozesses agieren und damit den Beitrag für eine größere Leistungsfähigkeit für das städtische Erziehungssystem erbringen können.
- In den Klassen Meinungsaustausch über den Wert des Lebens, Erstellung von Texten, Kompositionen von Liedern und Gedichten über das Leben fördern
- Unsere Kinder dahin führen, dass sie das Leben bejahen und nein zu den Drogen sagen können
Diese Ziele haben als Ausrichtung für die Gestaltung des Themas „Wähle nun das Leben“ gedient. Dieses von uns allen ausgesuchte Thema entspross aus unserem Zusammenleben im Schulalltag mit unseren Kindern und Jugendlichen.


SCHAFFUNG VON STRUKTUREN FÜR UNSEREN GEMEINSCHAFTSGARTEN

Die Einführung des Programms „Gärten und Fruchtbäume“ im Sitio (kleines, abgelegenes Landstück) des FLAU ist eine Initiative in Partnerschaft mit dem Sekretariat für Wissenschaft, Technologie und wirtschaftlichen Entwicklung des Kreises. Diese Idee wurde geboren, als von Seiten des CEPF ein kleines Stück Land erworben werden konnte aus der Notwendigkeit heraus Erzeugnisse ohne chemische Düngemittel zu essen.
Dabei können wir feststellen, dass wir langsam das ernten, was wir selbst gepflanzt haben. Zwar geschieht das unter schwierigen Bedingungen, aber schließlich sind das die Früchte unserer Arbeit. Diese Gemeinschaftsarbeit ist sehr vielfältig, wenn man bedenkt, dass nicht alle wissen, was es heißt, in Gruppe zu arbeiten und das auf lange Sicht. Diese Tätigkeit verlangt eine recht beachtliche Zahl von freiwilligen Helfern sowie das Gestalten und der Verrichtung von speziellen Aufgaben wie z.B. den richtigen Hergang zur Vorbereitung und zur Bepflanzung des Bodens (dazu kommt noch die Naturdüngung, das Ausjäten, die Ernte und die jeweils richtige Behandlung einer jeden Art von Bodenerzeugnissen.
Das oben genannte zuständige Sekretariat verfügt auch nicht immer über Maschinen und über die Zeit für eine regelmäßige Begleitung. Und wir selbst sind uns nicht immer im Klaren darüber, wie viele Aufgaben dabei auf uns zugekommen sind, denn wir sind hier auf einem Gebiet tätig, das für uns noch recht neu ist. Trotzdem hoffen wir, dass beide Seiten Erfolg haben werden bei allem was sie machen, denn wir machen nur das gut, wenn wir das machen, was wir lieben.
Die bürokratische Verwaltungsarbeit ist für das gute Ergebnis eines solchen Unternehmens von höchster Wichtigkeit. Denn wir alle sind für die Fortschritte oder die Beständigkeit dieses Projekts verantwortlich. Deshalb war eine Einbindung aller in den verschiedenen Aufgabenkreisen der Verwaltung Tätigen notwendig, damit das CEPF und das Bezirk richtig orientiert und trainiert durch eine Arbeit des Miteinanders ihrer Vertreter und ihrer Arbeitsteams, die entsprechenden Mittel anwenden können.


VERANTWORTLICHES BÜRGERSEIN, RECHTE UND PFLICHTEN SOWIE FREIZEITBESCHÄFTIGUNGEN
Unter den Aktivitäten, die im ersten Semester 2008 von uns durchgeführt wurden, möchten wir auch die Feierstunde zum Gedenken des 5.Todestages unseres lieben Padre Jaime und die bei diesem Anlass enthüllte Gedenktafel zu seinen Ehren im Largo Pe. Jaime hervorheben. An dieser Gedenkfeier nahmen Jo, Pe. Eduardo, Valter und viele andere Freunde und Kollegen teil, die sich um die Verteidigung des Bodens von Brasilia Teimosa verdient gemacht haben. Außerdem waren noch zwei Gruppen des Maracatu wie die Nation des FLAU Filhos de Olorum und Nation Ere dabei. Es waren zwar zwei Gruppen aber sie sangen und spielten zusammen ein Lied, mit dem sie den ehrten, der viele Jahre hindurch unser Volk geleitet hatte und sein Leben dafür hingegeben hat. Wir zitieren hier einige Sätze aus der Predigt in der Messe: „Brasilia Teimosa wurde als starkes Zeichen der Hoffnung und der sozialen Organisierung für andere Stadtviertel gehalten, aber Brasilia Teimosa erinnert sich nicht mehr an seine Identität der Beharrlichkeit (teimosia) und das beunruhigt uns. Wir müssen die Augen immer offen halten!“
Es fanden auch Tauffeiern, Erstkommunionen und Firmungen bei einigen unseren Kindern und Jugendlichen statt.
In diesem Jahr ist die Zahl der Leute größer geworden, die an der Gruppe „Liturgie und Leben“ teilnehmen. Außerdem geben wir weiterhin Gelegenheit zu Treffen für das Bibelstudium (Schriftgespräch).
Auf Grund der starken Regenfälle in der letzten Zeit war es uns in diesem Semester noch nicht möglich unsere kulturellen und ökologischen Ausflüge zu machen, die normalerweise einmal im Monat erfolgen. Hierbei blieb es zuerst einmal beim Wunschgedanken. Aber sicher wird es im nächsten Semester damit klappen. Wir konnten bisher nur im Januar eine ökologische Fahrt zu unserem Sitio Turma do Flau in Guabiriba veranstalten.
In diesem Semester kam es zu einem Besuch (im Klima der Unbekümmertheit) unserer Kinder im Fernsehsender „Futuro“ (der Lern –und Lehrprogramme für Schulen ausstrahlt). Es wurden verschiedene Videofilme über Ökologie und Umweltschutz vorgeführt. Danach konnten die Kinder ihre eigenen Gedanken und ihre Kenntnis (außerhalb der Klasse) dazu äußern.
Weiterhin nehmen wir aktiv an dem Forum zum Schutz und für die Rechte von Kindern und Jugendlichen teil im Ausblick und zur Garantie der ECA (????)
Begeistert von unserem Lebensprojekt an das wir glauben, gingen wir auf die Suche nach noch mehr Leuten, die ihre Stimmen mit all derer vereinigen wollen, die weiterhin nach Gerechtigkeit und Gleichheit in unserem Land schreien. Dazu bietet uns das Forum Dom Helder Raum für Treffen, Seminare und Vertiefungen im Glauben und Lebensfragen.
Das Leben und die Liebe feiern, heißt bei uns bei den monatlichen Feiern unserer Geburtstagskinder die Liebe Gottes zu uns spüren zu lassen. Das sind Augenblicke der Freude und der Ausgelassenheit. Von Geschenken und Dabei sein. Sobald wir eine neue Gruppe beim CEPF gebildet haben, werden mit ihr zuerst die Normen des FLAU studiert und vertieft. Alle nehmen wir mit Freude auf und wir werden durch ihre persönliche Lebensgeschichte bereichert. Wer zu uns kommt, ist herzlich Willkommen. Wer schon bei uns ist, möge sicher und fest weiter bei uns mitmachen und die Gelegenheiten nutzen, die ihm bei uns geboten werden. Denn wer nie etwas besaß, weiß auch nicht was es bedeutet, etwas zu verlieren. Aber wer die Gelegenheit verpasst ein Multiplikator des FLAU zu werden; ja der erkennt bald, dass er einer der wichtigsten Gelegenheiten in seinem Leben verloren hat.
Wir beobachten auch weiterhin die Schwierigkeiten und die spezifischen Fälle bei unseren Kindern und Jugendlichen im CEPF aus nächster Nähe. In diesem Jahr arbeitet bei uns eine Psychologin, die uns dabei hilft, den Verlauf (der Lebensreifung) zu verstehen, den ein jeder von uns durchgehen muss. Zuerst macht sie diese Arbeit mit unseren Erziehern, um danach bei unseren Kindern und ihren Familien.

Recife, den 8.Juli 2008
Gez. Maria Aurieta Duarte Xenafonte

Leiterin des CEPF