Dankschreiben von den kleinen Propheten

Liebe Freunde und Freundinnen,
Im Januar hatten wir viele Besuche im Projekt, unter anderem des pernambucanischen Ministerpräsidenten Eduardo Campos.

Herr Campos versprach der CPP zwei ausgebildete Lehrer und einen Sicherheitsdienst vor dem Projektgebäude. Wir haben es zwar geschafft 52 Kinder in öffentlichen Schulen einzuschreiben, bedauerlicherweise nehmen aber nur neun Kinder regelmäßig am Unterricht teil. Die Kinder der CPP stoßen in einer Schule auf erhebliche Benachteiligungen.
Wenn die Kinder nicht in die Schule gehen, kommt die Schule zu ihnen.

Heute haben wir eine Messe mit Pater Beda gefeiert mit allen Kindern und Jugendlichen der CPP.
Während der Messe gab es zahlreiche Aufführungen der Tanz- und Trommelgruppe.
Diese beiden Gruppen werden am Samstag stellvertretend die CPP bei dem alljährigen Karnevalsumzug in Recife vertreten. Gemeinsam haben die Kinder schon verschiedenste Aufführungen absolviert, sei es in Universitäten, Schulen oder auf Plätzen in der Stadt.
Aber bei dem Karnevalsumzug in Recife mitlaufen zu dürfen und sich zu präsentieren ist für alle eine große Ehre.

Zur Zeit kommen jeden Tag sehr viele Kinder in die CPP. Es sind jeden Tag ungefähr 90 Kinder, ich bin sehr froh darüber, dass das Haus jeden Tag gut besucht ist. Mehr Kinder in der CPP heißt weniger Kinder auf der Strasse.

Noch einmal möchte ich mich bei allen herzlich für die Unterstützung bedanken, im Namen aller der Gemeinschaft der kleinen Propheten.

Mit freundlichen Grüssen
Demetrius Demetrio

Liebe Freunde der CPP,

 

schon wieder geht ein schweres und ereignisreiches Jahr zu Ende.

 

Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge meiner Arbeit in den frühen 80er Jahren.

Viele von Euch kennen die Comunidade dos Pequenos Profetas und auch mich schon aus diesen ersten Jahren und erinnern sich sicherlich auch noch gut an diese schweren und entbehrungsreichen Jahre.

Wenn ich zurückblicke und die Jahre zähle, mein Gott es sind nun schon so viele, ziehe ich Bilanz; was hat sich in all den Jahren verändert und was müssen wir noch tun?

Bei all diesen Überlegungen komme ich zu dem Schluss, dass wir weiter kämpfen müssen, da die Situation für die Straßenkinder immer noch prekär ist.

In all den Jahren gab es viele schwierige Situationen, die ich aber immer Dank Eurer großen Hilfe bewältigen konnte. Wenn es dennoch Rückschläge gab, konnte ich immer auf Euch zählen und dadurch hatte ich wieder den Mut weiter zu machen, auch wenn es manchmal ausweglos erschien.

 

Die CPP hat sich entwickelt, wir haben heute das große Projekthaus im Zentrum von Recife und das Sítio Clarion in Igarassu, 45 Km außerhalb von Recife.

Das große Haus in der Stadt arbeitet als offenes Tagesangebot für die Straßenkinder und diese Arbeit ist immer noch notwendig. Fast jeden Tag ist das Haus voll, auch wenn wir das Haus seit einiger Zeit nur bis 14.00 Uhr öffnen können, denn uns fehlen die finanziellen Mittel für eine Ganztagsbetreuung.

Das Sítio wurde im Jahr 2010 wieder für die Arbeit hergerichtet und dient nun der Vollzeitbetreuung von Crack-Abhängigen und durch die Todesschwadron vom Tode bedrohten Jugendlichen.

 

Alles zusammen betrachtet können wir vielleicht stolz auf das alles zurückblicken, was wir, wir hier in Recife und Ihr auf der anderen Seite des Atlantiks, gemeinsam in den vergangenen Jahren geschaffen haben.

 

Doch wie sieht es Heute aus?

 

Alle reden von der Fußball WM 2014, auch hier in Recife, denn Recife wird einer der Austragungsorte sein.

In den Medien wird von dem unglaublichen Wirtschaftswachstum in Brasilien berichtet.

Die Regierung verabschiedet viele neue Gesetze und Regelungen, gegen die Korruption und neue Sozialpakete werden geschnürt.

 

Doch was ändert das alles für die CPP?

 

Wir haben große Hoffnungen in all das gesetzt, doch es verändert sich nichts.

Finanzielle Mittel für die Arbeit in beiden Häusern gibt es nur sehr wenige, auch wenn man mir bei Besuchen der Behörden etwas anderes verspricht. Viel wird versprochen, aber wir bekommen nichts.

Ich brauche sehr viel Zeit und Geduld, wenn ich bei den Behörden um einen Termin bitte oder auf die Einhaltung der uns gegebenen Zusagen auf finanzielle Unterstützung für die CPP vorspreche. Abweisungen und Vertröstungen sind an der Tagesordnung und ich muss fast täglich zusehen, wie wir die Projektarbeit aufrecht erhalten können.

 

Dennoch haben wir immer Hoffnung und machen weiter, auch wenn es manchmal sehr schwer ist und sehr viel Energie kostet.

 

HOFFNUNG ist der Geist der Weihnacht für uns.

 

Die Kraft und den Mut schöpfen wir aus der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Die kleinen und auch größeren Erfolge zeigen uns, dass nichts verloren ist und dass es irgendwie immer weiter geht.

 

Die Comunidade dos Pequenos Profetas wünscht allen Freunden ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

 

Der Geist der Weihnacht mit all den Hoffnungen und Wünschen soll auch in Euren Herzen sein.

 

Comunidade dos Pequenos Profetas

Dezembro 2011

 

Weihnachtsbrief aus Recife - 2006

Stellvertretend für all’ unsere Partner in Brasilien, möchten wir einen Weihnachtsbrief veröffentlichen, der von den Träumen und Wünschen der Strassenkinder von Recife spricht.

Weihnachtsbrief der Gemeinschaft der Kleinen Propheten
Was würde aus den Menschen werden, wenn sie keine Träume hätten...?
In der Gemeinschaft der Kleinen Propheten kommen viele Kinder und Jugendliche ohne Träume an, seelisch verletzt durch das harte Leben auf der Straße, verlassen, verachtet und deshalb fast gefühllos und ohne Sehnsucht nach der eigenen Familie. Unsere schwierigste Arbeit ist es, den Kindern wieder ein normales Lebensgefühl zurückzugeben.
Die Anregung zum Träumen bedeutet für diese Kinder nichts weniger als die Hoffnung auf ein besseres Leben. Träume sind für die Straßenkinder etwas Unerreichbares, weil es für sie, die täglich ums Überleben kämpfen, fast unmöglich ist, auch nur an den nächsten Tag zu denken.

In der Gemeinschaft der Kleinen Propheten werden alle dazu angeregt, von einem besseren Leben zu träumen und dieses bessere Leben nicht nur in den Träumen zu belassen, sondern auch in der Praxis zu suchen: von der Straße weggehen, die familiären Bande wieder aufnehmen, neue Perspektiven für ein Leben in Würde erschließen.
Mit dem Herannahen von Weihnachten werden viele unserer Kinder und Jugendlichen hoffnungsvoller. Die Kinder leben auf der Straße und verstehen sehr gut die Geburt Jesu in einem armen Stall. Bald beginnt ein neues Jahr und sie haben schon angefangen zu träumen und Pläne gemacht - für das Jahr 2007: Joana Dark Pereira da Silva

Joana Dark Pereira da Silva – 15 Jahre:
„Dieses Jahr zu Weihnachten möchte ich gerne viel Geld verdienen, um das Leben meiner Mutter zu ändern, die noch in der Favela wohnt. Ich will weiter hier in der CPP zur Schule gehen und weiß, dass mein Leben sich schon geändert hat und es wird sich noch mehr ändern. Das hängt nur von mir ab.“
Priscila Candido da Silva

Priscila Candido da Silva – 15 Jahre:
„Ich will ein schöneres Leben haben. Ich bin hier in der CPP, um mein Leben zu verbessern, aber an Weihnachten will ich gesund und sehr fröhlich sein.“


Aline Maria de FreitasAline Maria de Freitas – 15 Jahre:
„Dieses Jahr will ich nicht viel, ich will nur Harmonie mit meinen Freunden und Freundinnen von der Straße, aber in der Zukunft möchte ich Richterin werden.“


Jaqueline ChristineJaqueline Christine de Souza – 15 Jahre:
„Dieses Jahr hat mein Leben schon angefangen, sich zu ändern, seit ich hier in der CPP bin. Deshalb habe ich jetzt zu Weihnachten große Hoffnung, eines Tages zu heiraten, eine Familie zu gründen, Kinder und eine gute Arbeit zu haben. Und ich möchte einen Mann kennen lernen, der in der Zukunft der Vater meiner Kinder sein wird und der mich sehr mag.“Leonardo Luiz


Leonardo Luiz – 14 Jahre:
„Dieses Jahr zu Weihnachten möchte ich
bei meiner Mutter sein und ich weiß, dass ich bis Weihnachten ein Paar neue Krücken von der CPP bekommen werde. In der Zukunft – auch mit dem Problem, nur ein Bein zu haben – möchte ich Busfahrer werden.“


David Dias de LimaDavid Dias de Lima – 13 Jahre:
„Mein größter Traum für dieses Weihnachten ist meine Mutter zu finden, die in der Favela Detran wohnt. Und für die Zukunft möchte ich gerne eine Arbeit


Vielleicht sind die Wünsche dieser Kinder sehr einfach in den Augen desjenigen, der die harte und grausame Realität der Straßenkinder nicht kennt. Aber für uns ist es ein Erfolg, dass diese Kinder, die die 312 Mädchen und Jungen der CPP repräsentieren, ihre Träume erzählen. Die Verwirklichung dieser Träume kann unwahrscheinlich sein, aber unmöglich ist sie nie.
Ich sage immer jedem unserer Kinder und Jugendlichen, dass Gott unser Leben von Minute zu Minute verwandelt, wir müssen nur daran glauben! Und dass es für alle Probleme, so schwer sie auch sein mögen, immer eine Lösung gibt, nur für den Tod gibt es keine Lösung. Und da wir alle leben, warum machen wir das Leben nicht ständig ein kleines Stückchen besser? Gott spricht: “Ich wache über Dich, vom Angang bis zum Ende.“

Es ist nicht leicht, jeden Tag von der Gewalt zu hören und die Gewalt mitzuerleben, der die Kinder ausgesetzt sind. Eine der größten Verletzungen für sie ist die Verlassenheit, der sie ungerechterweise ausgesetzt wurden. Angesichts dessen können wir nicht die Hände in den Schoß legen und nicht nichts tun. Aus dem Schmerz, die Leiden zu sehen, entsteht die Kraft, dafür zu kämpfen, dass sich wenigstens die Lebensqualität der Kinder verbessert. Und wir sehen, dass dieser Kampf Früchte trägt. Denn von dem Moment an, wo die Kinder anfangen zu träumen, ist schon ein wichtiger Schritt hin zu einem besseren Leben getan.

Allen Freundinnen und Freunden der CPP wünschen wir
FROHE WEIHNACHTEN 2006
Demetruis Demetrio - Gemeinschaft der Kleinen Propheten