Der Aktionskreis Pater Beda, in Zusammenarbeit mit dem Kindermissionswerk/Die Sternsinger versucht das Projekt Nova Vida mit monatlich 3.000 € zu fördern. Hierfür brauchen wir immer neue Spender.

Pater Beda besucht Nova Vida in Crato
Pater Beda besucht Nova Vida in Crato

Projekt Nova Vida

Crato liegt im Nordosten Brasiliens, wirtschaftlich und landschaftlich die ärmste Region des Landes. Crato hat ca. 120.000 Einwohner und liegt fast 600 Kilometer von der nächsten Küste entfernt. Lediglich am Anfang eines Jahres kühlt sich die Region "Cariri" auf Temperaturen um 25/30 Grad ab, vor allem aber in den Monaten zwischen September und November steigt das Thermometer leicht über 40 Grad.

Das Projekt ist eine Nichtregierungsorganisation, das im Jahre 1992 durch das Ehepaar Hermano und Socorro de Sousa ins Leben gerufen wurde. Die Ziele setzen sich aus drei Säulen zusammen: (Aus)Bildung, Ernährung, Gesundheit. Durch eine Bindung an das Projekt schon in jungen Jahren wachsen die Kinder und Jugendlichen, die allesamt in sehr ärmlichen Verhältnissen in mehr oder minder intakten "Familien" leben, mit und im Projekt Nova Vida auf. Auf Grund dieses engen Bezuges verringert sich die Gefahr sehr, dass Kinder auf die falsche Bahn bzw. in die Fänge und Verführungen der Straße geraten.

Begegnung mit dem Bürgermeister von Crato und gleichzeitig Absprache über Zusammenarbeit
Begegnung mit dem Bürgermeister von Crato und gleichzeitig Absprache über Zusammenarbeit

Aktuell werden im Projekt insgesamt 412 Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut. Davon sind 360 Kinder und Jugendlichen im Alter von 2 bis 18 Jahren.

Das Mitarbeiterteam setzt sich aus über 30 Personen zusammen: die Leiterin, einige Lehrerinnen, zwei Köchinnen, Putzfrauen, Verwaltungsgehilfen, Wächter und vor allen Dingen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Stadtverwaltung finanziert die Gehälter von über 20 Personen im Projekt. Diese Kooperation ist einer Ausweitung der Tätigkeiten geschuldet, die die Stadt Crato selbst an den Projektträger herangetragen hatte. Auch vorher förderte die Stadtverwaltung bereits verschiedene Bildungsprogramme für die jungen Leute, weil sie erkannt haben, dass sich der gesamte Ortsteil durch das Projekt nachhaltig positiv entwickelt.

Hier nun die vielfältigen Tätigkeitsbereiche im Projekt:

Kindergarten

Von Montags bis Freitags kommen vormittags oder nachmittags insgesamt rund 180 Kinder im Alter von 2 - 4 Jahren ins Projekt. Sechs Erzieherinnen, die von der Stadt bezahlt werden, sowie drei ehrenamtlich tätigen jungen Frauen kümmern sich um das Wohl der Kleinsten.

Alphabetisierungskurs

Dieser Stufe ist vergleichbar mit der Vorschule in Deutschland. Die Kinder lernen allerdings schon schreiben und lesen und werden, ermöglicht durch die Unterstützung von deutschen Paten, im nächsten Jahr eine Privatschule besuchen. Die Gruppe zählt 30 Kinder im Alter von 5 bis 7 Jahren. Die erste Alphabetisierungsklasse ist 2005 als geschlossene Gruppe auf die Privatschule gewechselt.

Schulische Begleitung/Nachhilfe

Diese Gruppe kommt nachmittags zusammen. Die Lehrerin unterstützt und hilft den 12 Kindern, im Alter zwischen 5-7 Jahren bei den Hausaufgaben. Sich abzeichnenden schulischen Defiziten wird entgegen gearbeitet - durch diese schulische Begleitung, die von den Eltern nicht geleistet werden kann, absolvieren die Kinder ihre Klasse schnell und erfolgreich. Durch Aktivitäten wie Basteln, Singen, Zeichnen werden zudem weitere motorische, visuelle und auditive Fähigkeiten gestärkt.

 

Kunsthandwerkgruppe der Jungen

Diese Gruppe bilden 17 Jungen zwischen 8 bis 14 Jahren, die täglich zusammenkommt - sie stellen beispielsweise Ketten, Armbänder, Schlüsselanhänger und weitere Produkte her. Der Erlös vom Verkauf wird unter den Jungs aufgeteilt, so können sie ihre Familien unterstützen oder sich auch selbst mal einen kleineren Wunsch erfüllen.

Kunsthandwerk der Mädchen

Aus 18 Mädchen setzt sich die Gruppe zusammen, die jeden Nachmittag im Projekt arbeitet - die 9- bis 14-jährigen stellen verschiedene Kunsthandwerkprodukte her, so z.B. besticken sie "Flip-Flops" mit kleinen Perlen, basteln Halsketten, einfache Handtaschen, usw.. Auch hier wird der Erlös vom Verkauf unter den Mädchen aufgeteilt.

Alle Kinder erhalten täglich eine warme Mahlzeit
Alle Kinder erhalten täglich eine warme Mahlzeit

Werkstatt

Die Jugendlichen arbeiten montags bis freitags in der Werkstatt, stellen u.a. Holzspielzeug her und werden darüber hinaus im Bereich Motor(rad)- und Fahrrad-Reparaturen ausgebildet. Dadurch wird ihnen eine bessere Ausgangsposition bei der Suche nach einem Arbeitsplatz ermöglicht - einige konnte das Projekt schon direkt an Werkstätten oder ähnliche Arbeitsplätze in der Stadt vermitteln.

Informatik und Lernen am Computer

Im Computerraum machen 10 Jugendliche ab 8 bis 18 Jahren an sieben PCs einen geführten Kurs. Ihnen werden vor allem Grundkenntnisse vermittelt im richtigen Umgang mit der Tastatur und mit den wichtigsten Programmen, wie beispielsweise Microsoft Word. Für die Jugendlichen ist es ein großer Vorteil bei einer späteren Arbeitsplatzsuche, fundierte PC-Kenntnisse vorweisen zu können.

Nach Abschluß der Nähkurse im Projekt erhalten alle Frauen eine Anstellung in der örtlichen Bekleidungsindustrie oder machen sich selbständig
Nach Abschluß der Nähkurse im Projekt erhalten alle Frauen eine Anstellung in der örtlichen Bekleidungsindustrie oder machen sich selbständig

Schneiderei

In der Schneiderei besteht für Mütter und Mädchen, die älter als 16 Jahre alt sind, die Möglichkeit, Kurse zu belegen. Hier lernen sie Kleidung und Kleider (maß)zuschneidern, zu kürzen, umzunähen etc. Auch wird Kleidung hergestellt, die zum Verkauf angeboten wird. Ein Teil des eingenommenen Geldes fließt dabei wieder zurück ans Projekt um neue Stoffe einzukaufen, der Rest wird aufgeteilt und die Mütter können ein Einkommen für ihre Familien erzielen. Momentan besuchen 13 Frauen diesen Kurs.

Schönheitssalon

Bei Nova Vida gibt es einen Schönheitssalon, wo Kurse in Maniküre, Pediküre und Frisieren angeboten werden. Die geringe Kursgebühr, die hierfür entrichtet werden muss, wird dafür verwendet, um Materialien zur Verarbeitung zu kaufen. Am Ende dieses Kurses erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat über die erfolgreiche Absolvierung.

Tanzgruppe/Theatergruppe

37 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren üben, angeleitet durch eine Tanzlehrerin und eine Volontärin, Tanztechniken/-schritte, Choreografien und auch Volkstänze ein. Diverse Gruppen und Schulen haben die Tänzer schon zu Auftritten und Veranstaltungen eingeladen. Neben Veranstaltungen und Auftritten außerhalb des Projektes begeistert die Gruppe auch im Projekt selbst ihr Publikum. So haben sie beispielsweise die Osterfeier für den Kindergarten gestaltet, wo sie die Kinder als Osterhasen verkleidet zu diversen Spielchen animierten.

Musikgruppe

In der Musikgruppe können Jungen und Mädchen ab 8 Jahren das Spielen diverser Instrumente erlernen. Zwei Lehrer unterrichten Gitarre, Keyboard, Trommel, Flöte, Tamburin, Gesang etc.. Die Ende 2004 neu gegründete Projekt-Band trifft sich nach den Nachmittagsaktivitäten im Projekt und studiert neue Lieder ein. Momentan nehmen 10 Kinder dieses Angebot wahr.

Capoeira

Dieser afro-brasilianische Kampftanz wird für alle Kinder und Jugendlichen zweimal in der Woche im Anschluss an die Arbeit am Nachmittag angeboten. Der Lehrer unterrichtet hier ehrenamtlich 30 Kinder und Jugendliche. Das Angebot wird sehr gut angenommen. Für die kleineren Kinder unter 10 Jahren gibt es einmal die Woche ein Extra-Training.

Stühle und Tische werden zu Festlichkeiten verliehen und hier mit einem Wagen abgeholt
Stühle und Tische werden zu Festlichkeiten verliehen und hier mit einem Wagen abgeholt

Einkommensbeschaffende Maßnahmen

Das Projekt Nova Vida verfügt als einzige eigene Einnahmequelle über eine Art von Partyservice, jedoch ohne Verpflegung. Dabei geht es um den Verleih von Festtagsausstattungen, wie Kleider, Tische, Stühle, Dekoration usw. So brauchen Familien, die ein Fest planen, nicht eigens neue Möbel und weitere Materialien dafür anzuschaffen, sondern können sich diese vom Projekt ausleihen.

Mittlerweile wird dieses Angebot von Menschen aus der ganzen Stadt und den Nachbarorten genutzt. Das spricht für die Qualität der Produkte und die Zuverlässlichkeit der zuständigen Mitarbeiter, wodurch das Projekt und die Menschen, die damit verbunden sind, eine sehr positive Aussenwirkung erzeugen.